Dem Mulles seng Rubrik - 2002-2003: Problemloser Klassenerhalt

Dem Mulles seng Rubrik - 2002-2003: Problemloser Klassenerhalt

 Nachdem feststand, dass Jacques Dodémont seinen Vertrag nicht verlängern würde, obwohl der Belgier in der Saison 2001-2002 den FC Wiltz 71 in die höchste Spielklasse zurückgeführt hatte, wurde das Traineramt einem weiteren belgischen Coach übertragen.

 

Nachfolger wurde Raphaël Quaranta, der in seiner Heimat 22 Jahre lang als Profi tätig war, bei den Vereinen RFC Liège, Standard Liège und Antwerpen. Unter seiner Initiative stießen drei Jungtalente, Antony Pasqualino, Philippe Florkin (beide aus der Fußballschule von Standard Liège) und Ludovic Lambert zum Verein. Zu diesen gesellten sich der Kongolese Taty Asaigani und Rückkehrer Samir Kalabic (Ettelbrück). Hinnehmen musste der neue Coach die Abgänge der bewährten Routiniers Maurice van Ham und Christophe Verbeeren. Wegen gesundheitlicher Probleme musste er zudem auf Spielmacher Nesad Omersasevic verzichten.

 

Raphaël Quaranta sollte eine ruhige erste Saison in Wiltz erleben. Das Wort „Abstieg“ brauchte nie in den Mund genommen zu werden, weil mit Niederkorn und Mertzig die beiden Absteiger sozusagen von Anfang an feststanden.

 

Am ersten Spieltag besiegte Wiltz 71 vor heimischem Publikum Monnerich mit 4:1 (zwei Tore von Larry Bazile, je eins von Antony Pasqualino und Fabian Fevry) und lag damit an der Tabellenspitze. In Düdelingen, beim Landesmeister, schien man in der Erfolgsspur weiterzumachen, führte man doch zur Pause mit 2:0. Schlussendlich setzten sich die Gastgeber aber doch noch mit 5:3 durch.

 

Einer unerwarteten Heimniederlage (0:1) gegen das bis dahin punktelose Mertzig folgte ein ebenso überraschender Auswärtserfolg (1:0) in Grevenmacher (Tor durch Taty Asigani). Zwei Siege gegen

Rümelingen (2:1) zu Hause und in Niederkorn (3:2) ließen Wiltz 71 in der Tabelle nach oben klettern, bevor es dann zu einer Serie von sieben Spielen ohne Erfolg kam. Gegen Hesperingen (0:4) hatte man in der „Géitzt“ nichts zu bestellen, indes man sich bei der 1:2-Niederlage in Rosport regelrecht blamierte, da der Gegner während 70‘ in Unterzahl spielte. Nach acht Begegnungen verzeichnete man je vier Siege und Niederlagen und besaß bereits neun Punkte Vorsprung auf Mertzig und Niederkorn.

 

In Beggen lag die Mannschaft 0:2 im Hintertreffen, ehe Taty Asigani und Franco Iovino in der Schlussphase ein glückliches Remis retteten. Bei widrigsten Wetterbedingungen kam Union Luxemburg in Niederwiltz besser mit den starken Windböen zurecht und setzte sich mit 3:0 durch.  Das letzte Spiel der Hinrunde, auf der „Grenz“, endete mit einem 2:0-Jeunesse-Erfolg.

 

Die wohl beste Saisonleistung gelang uns beim Rückspiel gegen den Leader Düdelingen (2:2). Ab der 29.‘ und bis zur 75.‘ führte Wiltz 71 mit 2:1 (Antony Pasqualino und ein Eigentor), und dies obschon der Gästetorhüter Polo zwei Elfmeter gehalten hatte. Auch im nächsten Heimspiel, gegen Grevenmacher, wurde ein Elfmeter verschossen, so dass die Moselaner mit dem 0:0 gut bedient waren. Den Punktgewinn verdankten sie ihrem Torhüter Joubert, der sich in blendender Verfassung zeigte. Die Mannschaft war mittlerweile auf den neunten Tabellenplatz abgerutscht, der Sicherheitsabstand auf die Abstiegsplätze betrug aber weiterhin neun Punkte.

 

In Rümelingen retteten wir das von Fabian Fevry erzielte 1:0 (43.‘) – mit zehn Mann in der

2. Spielhälfte – über die Zeit, und bewiesen damit, dass wir das Siegen nicht verlernt hatten. Der fast schon definitive Klassenerhalt wurde mit diskussionslosen Erfolgen gegen Niederkorn (3:0) zu Hause und in Mertzig (3:1, zwanzigminütige Strompanne) gesichert. Wir hatten nun Platz sechs inne mit 24 Punkten.

Auf dem „Holleschbierg“ wiederholte Hesperingen den 4:0 Erfolg des Hinspieles und läutete eine Folge von vier Niederlagen ein. Zu Hause gegen Rosport (0:2), Beggen (1:4) und auf „Verlorenkost“ gegen Union (2:3) gab es nicht viel zu bestellen. Wiltz 71 (24 P.) fiel auf den 10. Rang zurück, allerdings mit 12 Längen Vorsprung auf Mertzig und Niederkorn.

 

Die Niederlagen-Serie wurde gegen Jeunesse (1:1) beendet. Vor heimischer Kulisse gelang Mike Czekanowicz in der 90.‘ der Ausgleich. Da die letzte Partie der Qualifikationsrunde mit 1:2 in Monnerich verloren ging, sprang schlussendlich mit 25 Punkten der achte Platz heraus. Wiltz 71 kam in die Abstiegsgruppe B zusammen mit Monnerich (35), Beggen (24) und Mertzig (12).

 

Die sechs Begegnungen der Schlussrunde endeten wie folgt: Wiltz 71-Beggen 0:0, Mertzig-Wiltz 71 1:5, Monnerich-Wiltz 71 3:0, Wiltz 71-Mertzig 3:2 (drei Tore von Ludovic Lambert), Wiltz 71-Monnerich 0:2 und Beggen-Wiltz 3:2. Insgesamt 32 Punkte – und damit l4 mehr als der Absteiger Mertzig –  hatten wir zum Schluss aufzuweisen.

 

Raphaël Quaranta hatte auf folgende Akteure zurückgegriffen: David Malannée, Christian Pauly, Mike Czekanowicz, Thierry Rouyr, Guy Libambu, Larry Bazile, Pedro Teixeira, Eric Nyckees, Samir Kalabic, Antony Pasqualino, Marc Gira, Ludovic Lambert, Fabian Fevry, Franco Iovino, Philippe Florkin, Mehmet Mujkic, Taty Asigani, Tom Kopecky, Michael Didon, Yi Lin, Asmir Mujkic, Alain Pauly, Sevad Mujkic, Cesar Bukasa, Laurent Arndt und Yves Bley. Die meisten Tore erzielten Antony Pasqualino und Ludovic Lambert (je 8).

 

Wir hatten zwei Espoirs-Mannschaften eingeschrieben, von denen die eine in der 1. Klasse gut mitmischte, die andere aus der 2. Klasse abstieg.

 

Unsere Cadets  spielten um den Landesmeistertitel mit, mussten jedoch Union den Vorrang überlassen.

 

Nach der Hinrunde stiegen die Scolaires (24 P. in 9 Sp. und 57:12 T.) in die 1. Spielklasse auf, wo sie sich nach der Rückrunde auf Rang 4 wiederfanden.

 

In der Saison 2002-2003 verfügte unser Verein über 157 Jugendspieler: 24 Espoirs, 21 Cadets, 15 Scolaires, 34 Minimes, 23 Poussins, 25 Pupilles und 15 Bambinis.

 

Nach nicht weniger als 23 Jahren an der Spitze des Vereins legte John Shinn 2002 das Präsidentenamt nieder. Romain Schneider trat seine Nachfolge an.